
AMON AMARTH
VERSUS THE WORLD (Re-Issue)
5,5/6
Metal Blade
9 Songs / 47:49
Eigentlich hätte VERSUS THE WORLD im Jahr 2002 das letzte Album von Amon Amarth werden sollen. Dass es anders gekommen ist, beweist nun diese remastered und erweiterte Version von VERSUS THE WORLD. Das Alter von rund acht Jahren nichts an Qualität geraubt im Gegenteil, Songs wie ‘Death In Fire’ wurden über die Jahre zu richtigen Hits für die Ewigkeit. VERSUS THE WORLD hat Amon Amarth zumindest einen kleinen Durchbruch verschafft und den Weg den die Band mittlerweile bestreitet mit geebnet. Die Schweden vereinen in den neun vorhandenen Songs meisterlich schwedischen Death Metal mit epischen Melodien und kraftstrotzenden Lyrics. Kaum eine Band versteht es so Härte mit mit einem guten Gefühl zu verschmelzen. Dass das auch Live klappt, beweist die bei der wieder veröffentlichten Version beiliegende Live-CD, die Ende 2008 in Bochum aufgenommen wurde. Jeder der Abseits von Breakdowns und Two-Step, Death Metal erleben möchte, sollte VERSUS THE WORLD eine Chance geben.
Florian Krapp

ANIMA
ENTER THE KILLZONE
4/6
Metal Blade
10 Songs / 40:43
Der Titel von Animas kommenden Album ENTER THE KILLZONE trifft den Nagel auf dem Kopf. Mit ordentlich Wumms und einer Mischung aus Death Metal, Hardcore und Thrash Metal auf den Rippen bricht dieses Ungetüm aus den Boxen. Damit dürften Anima einige Bühnen einreißen. Die Jungs aus Nordhausen verstehen ihr Handwerk und beweisen, dass sie wissen wie man schlagkräftige Breakdowns mit melodischem Death Thrash verbindet. Nicht zu verachten die vielen groovigen Passagen die für Aufruhr im Pit sorgen sollten. Leider konnten Anima die Qualität nicht durchgehend oben halten und so hört man doch den ein oder anderen Lückenfüller. An die Stärke von Songs wie ‘The Daily Grind’ vom gleichnamigen Album reicht leider nichts vom neuen Material. Macht aber nichts, denn ENTER THE KILLZONE macht Laune und sorgt für Kurzweil. Besser als vieles, was einem als „neuer Scheiß“ angedreht wird, ist dieser deutsche Dampfhammer allemal. Antesten!
Florian Krapp

BETWEEN THE BURIED AND ME
THE GREAT MISDIRECT
4,5/6
Victory
6 Songs/58:56
Between The Buried And Me haben Substanz. Wo andere junge progressive Bands das Chaos wählen, verlassen sich die Jungs aus North Carolina auf eindrucksvolle Klang- und Soundkulissen. Mit der Kontinuität einer Sinus-Kurve schwingen Between The Buried And Me zwischen rauen Metal, groovigen Core-Passagen, loungigen Jazz und verspielten Riffs. Simpel gesagt die Rush des Metalcore. So entstehen teils aggressive teils bluesige bis Hard Rock ähnliche Collagen. Dabei scheint das Quintett keine Instrumentierungsgrenzen zu kennen und bleibt so immer spannend. Auf diese Weise entstehen gut und gerne Mal Songs mit über 17 Minuten Spielzeit. Langeweile? Keinesfalls, denn dafür gibt es viel zu viel zu entdecken. Für den kurzen Mosh sicherlich ungeeignet, fasziniert THE GREAT MISDIRECT mit seiner unverschämten Ehrlichkeit. Die Jungs stehen zu ihrer Verrücktheit und huldigen mit ihrer Musik nicht nur schrägen Charakteren wie Beetlejuice, sondern auch Bands wie Pink Floyd oder Dillinger Escape Plan. Ein Album, das aus den eigenen Genrebeschränkungen ausbricht und so mehr als überzeugt. Sehr gut!
Florian Krapp

CARNIFEX
HELL CHOSE ME
5,5/6
Victory
10 Songs / 34:38
Vom sonnigen Gemüt der Band ist auf HELL CHOSE ME nicht viel zu hören. Das aus San Diego stammende Quintett hinterlässt mit den neuen zehn Songs verbrannte Erde. Egal ob Gangshouts, Ohrwurm-Refrains, brechende Breakdowns oder flottes Riffing – Sänger Scott Lewis und seine Truppe hat und will alles. Wie – wollen alles? Ganz klar mit diesem Album greifen Carnifex nach der hart umkämpften Deathcore-Krone. Mit diesem Album setzen Carnifex nicht nur für sich einen Standard der in Zukunft gehalten werden muss. Egal ob Titeltrack ‘Hell Chose Me’, ‘Entombed March’ oder ‘Names Mean Nothing’, hier scheint ein Hit den anderen zu jagen. Einzig der nicht immer pralle und teilweise dünn klingende Drum-Sound hält die Band noch von der Maximal-Wertung ab. Ansonsten bietet HELL CHOSE ME Deathcore-Unterhaltung auf höchstem Niveau. Pflichtkauf für Fans von handgemachter musikalischer Apokalypse.
Florian Krapp

FREYA
ALL HAIL THE END
3,5/6
Victory
13 Songs / 50:58
Jawohl, Freya wissen wie auf die Tube drückt und den Puls oben halt. Das schafft die Band mit einer schnörkellosen Mixtur aus Hardcore, ein wenig Post, ein wenig Rock und Metal. Geschickt verweben die New Yorker diese Einflüsse zu einem Album, das Atmosphäre und Tiefe besitzt. Der Spaß und Unterhaltungswert kommt ebenso nicht zu kurz. Nur empfindet man nach längerem Hören der Platte eine Art Trägheitsgefühl. Zu verkopft und sperrig kommt ALL HAIL THE END streckenweise daher. Am Anfang machen die vielen Spielereien auch noch Lust auf mehr, doch gegen Ende verkünstelt sich die Band und will zu viel. Leider bleiben dabei über längere Sicht die Songs auf der Strecke und somit dann doch wieder die Atmosphäre. Kracher wie ‘Labyrinths Of The Ant People’ sind dagegen Musterbeispiele dafür, wie intelligente Songstrukturen funktionieren können, ohne dabei ermüdend zu sein. Der Spagat zwischen Experiment und straightem Hardcore ist Freya dieses Mal nicht zu hundert Prozent gelungen.
Florian Krapp